Aus der Praxis

Reale Fälle aus der Vergangenheit

Wesentliche Fakten für Sie aufbereitet

Verschuldung ist kein Einzelfall. Es gibt viele Ursachen, als Unternehmen, als Selbstständiger oder auch als Privatperson in eine finanzielle Schieflage zu geraten. Bereits seit 1995 helfen wir unseren Mandanten aus schwierigen Finanzsituation heraus und finden gemeinsam mit ihnen den richtigen Weg.

Wir haben für Sie reale Insolvenzfälle aus der Vergangenheit aufbereitet und möchten Ihnen anhand von Praxisfällen die wichtigsten Fragen rund um die Insolvenz beantworten. Welche Möglichkeiten Sie haben und welche Pflichten es sowohl aus Arbeitgeber-, als auch aus Arbeitnehmersicht zu berücksichtigen gilt

Aus der Praxis

Was tun als Mitarbeiter der Fluggesellschaft Germania: 

Insolvenz beunruhigt

Wir helfen Ihnen jetzt!

Was passiert mit den Arbeitsverhältnissen?

Erwartet mich eine Kündigung?

Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ist grundsätzlich kein Kündigungsgrund. Das heißt, dass die Kündigungen nämlich nach den normalen Regeln des Arbeitsrechts erfolgen: Das Schriftformerfordernis, die Vorschriften des Kündigungsschutzgesetztes sowie die Beteiligungsrechte gelten uneingeschränkt. Bei betriebsbedingten Kündigungen muss aber stets die sogenannte Sozialauswahl durchgeführt werden: Faktoren, wie Betriebszugehörigkeit, Lebensalter und Unterhaltspflichten sind dann von Bedeutung.

Allerdings kann der Insolvenzverwalter Kündigungen auf dringende betriebsbedingte Gründe wegen Einstellung des Flugbetriebs und Wegfall von Beschäftigungsmöglichkeiten stützen.

Spricht Ihnen der Insolvenzverwalter also eine willkürliche Kündigung gegenüber aus, ist diese unwirksam.

Kündigungsfrist? Welche Fristen bestehen?

Die Insolvenz bringt allerdings Besonderheiten bzgl. der Fristen mit sich: Die Kündigungsfrist ist höchstens drei Monate zum Monatsende. Diese Frist verdrängt jede andere längere vertragliche Kündigungsfrist.

Damit Sie keine Rechtsnachteile erleiden, ist in jedem Fall rechtzeitig eine Kündigungsschutzklage erforderlich. Die Klagefrist von drei Wochen nach Zugang der Kündigung müssen Sie hierbei dringend beachten. Versäumen Sie diese Frist, tritt die Rechtswirksamkeit der Kündigung ein. Diese Klage muss - wenn Sie sie erhoben haben - nicht zwingend fortgeführt werden, sondern kann auch Klagerücknahme vorteilhafter wieder aus der Welt geschafft werden. Gemeinsam klären wir, welche Variante für Sie mehr Vorteile bringt.

Der Antrag auf Insolvenzgeld muss innerhalb von zwei Monaten ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei der örtlichen Arbeitsagentur gestellt werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Antrag unter der Rubrik: Insolvenzgeld

Welche Rechte und Pflichten habe ich?

An den besonderen Fristen zeigt sich, dass Sie als Arbeitnehmer nicht schutzlos sind: Um an Ihre Rechte zu kommen, dürfen Sie aber keineswegs tatenlos bleiben!

Wenn Ihnen gekündigt wurde, müssen Sie sich im Wege einer Kündigungsschutzklage innerhalb von drei Wochen dagegen zur Wehr setzen. Die Erhebung der Klage stellt sicher, dass Sie keinerlei Rechtspositionen verlieren. Wurde Ihnen in Ihrem Vertrag eine längere Kündigungsfrist zugesichert, können Sie vom Insolvenzverwalter, den ihm durch die vorzeitige Kündigung den sogenannten entstandenen Verfrühungsschaden verlangen. Dieser wird als Insolvenzforderung zur Insolvenztabelle angemeldet.

Ihre Ansprüche als Mitarbeiter der Fluggesellschaft Germania: Insolvenz im Überblick

Insolvenzforderungen

Ihre Ansprüche als Arbeitnehmer aus rückständigen Vergütungen sind einfache Insolvenzforderungen. Dies hat zur Folge, dass diese Forderungen nicht sofort beglichen werden, sondern zur Insolvenztabelle angemeldet werden müssen. Diese Ansprüche werden erst mit Beendigung des Insolvenzverfahrens zu einer bestimmten Quote befriedigt. Im schlimmsten Falle sehen Sie dieses Geld erst Jahre später. Allerdings führt die Insolvenzanmeldung dazu, dass diese Verjährung der Ansprüche später eintritt und Sie die Ansprüche nicht wegen des Verfahrens verlieren.

Fragen zur Forderungsanmeldung in der Insolvenztabelle? Direkt anrufen!

Insolvenzgeld

Wenn Ihnen durch die späte Begleichung Ihrer Forderungen Verluste entstehen, Sie können bei der Bundesagentur für Arbeit Insolvenzgeld beantragen. Die Arbeitsagentur zahlt die ausstehenden Gehälter in Höhe des Nettolohns von bis zu drei Monaten vor Insolvenzeröffnung. Auch Weihnachts- und Urlaubsgelder sowie Beiträge zu Direktversicherung können Sie hier beantragen.

Masseverbindlichkeiten

Ihre Lohnansprüche, die nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstehen, sind Masseforderungen. Masseforderungen werden nicht zur Insolvenztabelle angemeldet, sondern werden in vollem Umfang und sofort aus der Masse befriedigt.

Deshalb ist die Frage, ob eine Forderung um eine Insolvenz- oder eine Masseforderung darstellt, ist von essenzieller Bedeutung und hängt wesentlich davon ab, wann die Forderung erarbeitet worden ist. Bei Gratifikationen, Sonderzahlungen, Tantiemen, 13. Gehältern oder ähnlichen Leistungen, ist deshalb genau zu prüfen, wann genau diese Ansprüche entstanden sind. Werden nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Aufhebungs- und Abwicklungsverträge zählen diese zu den Masseverbindlichkeiten.

Abfindung?

Das Kündigungsschutzgesetz schützt den Bestand des betroffenen Arbeitsverhältnisses.

Im Kündigungsschutzprozess können Sie Ihre Abfindung einfordern. Die Höhe Ihrer Abfindung richtet sich regelmäßig nach der Dauer Ihrer Betriebszugehörigkeit.