Konfliktlösung durch Mediation außerhalb der Gerichte

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Sie sind der Ansicht, dass langwierige, teure und nervenaufreibende Prozesse nicht zu den Lieblingsaufgaben Ihrer Unternehmenstätigkeit zählen? Dennoch treten Konflikte auf, die gelöst werden müssen. Es bestehen durchaus Möglichkeiten der Konfliktlösung, die keiner Beteiligung der Gerichte bedürfen. Doch wie sieht die außergerichtliche Bewältigung der auftretenden Konflikte aus? Wir erläutern Ihnen hierzu die Möglichkeit der Konfliktlösung durch Mediation.

 

Was ist Mediation?

Die Mediation stellt eine informelle, außergerichtliche Art der Konfliktbearbeitung dar.

Das Ziel, das die Mediation anstrebt, ist die kommunikative und verbal gewaltfreie Findung von Konsens zwischen den Parteien, ohne dass es hierzu der staatlichen Gewalt durch die Gerichte bedarf. Im Gegensatz zum Gerichtsverfahren liegt die Entscheidungsgewalt bei den Parteien selbst. Das Risiko, dass der Richter zugunsten der anderen Partei entscheidet und Ihren Ansprüchen nicht nachkommt, besteht hierbei nicht. Sehen Sie dies als klaren Vorteil, indem Sie Ihre Interessen vollständig selbst vertreten können und die Entscheidungsfindung nicht in Händen Dritter liegt, die am Konflikt nicht beteiligt sind.

Diese Entscheidungsfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass beide Parteien primär das gleiche Ziel verfolgen: Wer eine Mediation ersucht, will die bestehenden Konflikte auf einvernehmliche und faire Weise aus der Welt schaffen. Diese Methode stellt ein zielführendes Verfahren mit hoher Erfolgsaussicht dar, bei welchem sich die Parteien auf einen Austausch auf Augenhöhe einstellen können: Folglich entstehen auch deshalb optimal auf den Einzelfall passende Ergebnisse, die sich anders als im Urteil nicht anhand abstrakter Gesetze messen, sondern individuell ausgehandelt werden.

Natürlich will jeder Richter die Interessen jeder Partei in gerechter Weise zum Ausgleich bringen. Eine Lösung, die Sie mit der Gegenpartei eigens ausgehandelt haben, kommt Ihren Zielen regelmäßig aber durchaus näher. Weil die fachkundigen Parteien mitwirken, besteht gerade deshalb auch die Möglichkeit, dass nicht nur faire, sondern auch wirtschaftlich sinnvolle Ergebnisse entstehen.

Ein Hauptanliegen des Mediationsverfahrens ist es daneben auch, dass alle tatsächlichen wie rechtlichen Fragen zur Klärung gebracht werden. Hierzu bedarf es anders als im Prozess keiner formellen und aufwändigen Beweisanträge und ähnliches.

Info: Gerade weil Beweise oftmals vor Gericht aus verschiedenen rechtlichen Gründen nicht verwertet werden können, stellen Prozesse ein besonderes Risiko dar. Sehen Sie auch dies als unwiderlegbaren Vorteil: Auf Ihre Fragen, Probleme und Anliegen wird umfänglich ohne prozessuale Einkleidung eingegangen.

Des Weiteren erlangen Sie durch die Mediation den Vorteil, dass die Streitigkeit nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Umsatzeinbuße wegen rufschädigender Maßnahmen können Sie mit der Mediation also weitestgehend vermieden – dies hängt also nur von Ihrem eigenen Verhalten und dem der Gegenpartei ab, welche in der Regal aber auch kein Interesse an negativen Schlagzeilen hat.

Das hört sich bis hierhin nach einer paradiesischen Lösung an! Doch welchen Verbindlichkeitscharakter hat eine Konsensfindung mittels Mediation? Eine Lösung, an die sich die Parteien am Ende nicht gebunden fühlen, hat keinen besonderen Mehrwert. Zum Glück können wir Sie beruhigen: Mediationsvereinbarungen sind verbindlich und rechtlich durchsetzbar. Das bedeutet für Sie, dass Ihnen dasjenige zusteht, worauf Sie sich mit der anderen Partei in der Mediation geeinigt haben.

 

Wie kann ich mich der Mediation bedienen?

Die Mediation ist in sämtlichen Bereichen einsetzbar: Sie ist fähig, Konflikte in wirtschaftlichen, familien- und erbrechtlichen Bereich wie im innerbetrieblichen Bereich zu lösen. Auch im Baubereich und bei Nachbarschaftstreitigkeiten können Sie eine Mediation durchführen. Das Verfahren ist allgemein im privatrechtlichen wie auch im öffentlichen Bereich flexibel einsetzbar.

Doch ohne Beteilung neutraler Dritter werden Sie diese Ergebnisse nicht erzielen. Aus diesem Grunde ist die Teilnahme eines Mediators, der eine neutrale Stellung im Verfahren einnimmt, von wichtiger Bedeutung.

Weiterer Beteiligter und anderer Vorkehrungen bedarf es bei der Mediation nicht: Das Verfahren zeichnet sich gerade dadurch aus, dass es außergerichtlich, zeit- und kostensparend abläuft.

 

Eine weitere Möglichkeit ist die Schlichtung

Neben der Mediation besteht auch die Möglichkeit, Streitigkeiten zu schlichen. Die Schlichtung befasst sich mit dem gleichen Grundgedanken, dass die Streitigkeiten außergerichtlich gelöst werden.

Die Schlichtung ist die außergerichtliche Beilegung eines Rechtsstreites und bietet die selben rechtlichen Vorteile wie z.B. die Hemmung der Verjährung oder die Vollstreckbarkeit einer Vereinbarung. Bei der Schlichtung verhandeln die Parteien zwar auch aus eigener Initiative heraus, die Lösungsvorschläge werden aber von Seiten des Schlichters initiiert. Der Hauptunterschied zur Mediation besteht also darin, dass die Parteien den Schlichter während des Verfahrens bitten, einen unverbindlichen Einigungsvorschlag zu unterbreiten. Natürlich ist die Schlichtung nur erfolgreich, wenn alle Parteien dem Schlichtungsversuch des Schlichters zustimmen.

Im Wesentlichen folgen Mediationen und Schlichtungen den gleichen Grundsätzen und intendieren die gleichen Ziele.

 

Richtige Alternative zum Prozess?

Die Mediation und die Schlichtung sind Errungenschaften, um Konflikte außergerichtlich aus der Welt zu schaffen. Es kann aber durchaus Konflikte geben, für die die einvernehmliche Mediation nicht das richtige Mittel zur Problembewältigung ist.

An Ihrem Konflikt sind mehr als zwei Parteien beteiligt? Funktionieren Mediation oder Schlichtung dann überhaupt? Natürlich können sich auch mehr als zwei Parteien in der Mediation bzw. Schlichtung auf eine Konsensbildung einlassen. Je nach Anzahl, Unterschiedlichkeit der Parteiinteressen und Kompromissbereitschaft, ist es jedoch denkbar, dass der Einigungsversuch zu keiner Lösung führt.

Die erste Frage, die Sie sich stellen sollten, wenn Sie erwägen, etwa ein Mediationsverfahren anzustrengen, ist die, ob es in Ihrem Einzelfall möglich und sinnvoll erscheint, auf einen Prozess zu verzichten. Diese Einschätzung umfasst viele Facetten, die auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich sind. Vertrauen Sie im Vorfeld an eine mögliche Mediation oder Schlichtung deshalb auf die Meinung eines Rechtsanwalts, der täglich damit befasst ist, Konflikte zu lösen. Gemeinsam nehmen wir uns der Frage an, ob eine Mediation für Sie Sinn macht.

 

Mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zu vielen anderen Themen finden Sie auf der Homepage der Kanzlei Schmidt. Lesen Sie hierzu den Artikel zu den Handlungsmöglichkeiten in dieser Situation.

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