Gläubigeraufruf in der Liquidation: Alles Wissenswerte

Lesezeit: 3 Minuten
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Der Gläubigeraufruf  ist unabdingbarer Bestandteil der Abwicklung Ihrer Gesellschaft. Unter diesem Erfordernis kann sich jeder Unternehmer auf Anhieb einiges vorstellen. Doch was steckt tatsächlich hinter diesem Begriff? Welche Dinge sind beim Aufruf an die Gläubiger zu beachten? Dies lesen Sie genau hier.

 

Grund für den Gläubigeraufruf

Zunächst wollen wir die Frage beantworten, wieso Sie Ihre Gläubiger zu etwas aufrufen müssen.

Durch den Aufruf wird es möglich, dass Gläubiger Ihre Forderungen bei der betroffenen Firma anmelden können. Somit garantiert der Aufruf, dass alle Gläubiger berücksichtigt und der der Gesellschaftsauflösung nicht übergangen werden. Dadurch dass die Gläubiger die Forderungen durch ihr eigenes Anmelden einbringen müssen, obliegt die Verantwortung in gewissem Maße nur ihrer eigenen Sorgfalt. Dies erleichtert den Rechtsverkehr ungemein. Durch die Möglichkeit jede Forderung innerhalb eines Jahres anmelden zu können, sind die die Gläubiger auch ausreichend geschützt.

Die Konsequenz des Aufrufs ist, dass er das Sperrjahr auslöst. Genaueres zum Sperrjahr, etwa bei der Abwicklung der GmbH, lesen Sie hier.

 

Inhalt des Aufrufs an die Gläubiger

Der Gläubigeraufruf dient dazu, Informationen nach außen hin bekannt zu geben. Jedoch ist nicht jede Information von derartiger Bedeutung, dass sie veröffentlicht werden muss. Von der Publizierungspflicht sind nämlich keine Umstände, die ausschließlich die Firma selbst, sondern nur diejenigen, die gerade auch externe Beteiligte betreffen. Eine solche publizierungspflichtige Information ist die Abwicklung bzw. die Liquidation eines Unternehmens. Die Abwicklung hat natürlich in erster Linie Konsequenzen für die teilhabenden Geschäftsführer und Gesellschafter. Darüber hinaus sind auch alle mit dem Unternehmen in Verbindung stehenden Gläubiger von dessen Abwicklung betroffen: Vertragsbeziehungen können nicht weitergeführt werden, in Zukunft geplante Projekte werden nie entstehen, aber vor allem sind auch offene Rechnungen zu begleichen.

In der Bekanntmachung ist das Unternehmen nach Firma und Sitz genau zu bezeichnen. Auch die Tatsache der Auflösung (nicht der Auflösungsgrund) müssen Sie bekanntgeben. Demgegenüber sind die Liquidatoren in der Bekanntmachung nicht zu nennen.

Der Kern Ihrer Mitteilung an die Gläubiger ist, dass Sie die Gläubiger dazu auffordern, sich bei Ihrer Firma mit bestehenden Forderungen und deren Nachweisen zu melden. Nur wenn Sie die angemeldeten Forderungen der Gläubiger begleichen, kann das Unternehmen intern an alle Gesellschafter und Geschäftsführer liquidiert werden. Zum Schluss geben Sie den Gläubigern im Gläubigeraufruf eine angemessene Frist. Diese Frist muss die Zeitspanne eines Jahres beinhalten. Nur dann sind Ihre Gläubiger ausreichend geschützt.

 

Der richtige Zeitpunkt

Das optimale Timing für eine Nachricht wie diese gibt es nicht. Das Abwarten eines späten Zeitpunkts macht im Hinblick auf die Verfahrensdauer deshalb keinen Sinn, da wohl kein Unternehmer unnötige Zeit darauf verwenden möchte, die Firma zu liquidieren. Folglich empfehlen wir Ihnen, den Aufruf am frühest möglichen Zeitpunkt bekannt zu geben. So wird dann auch das Sperrjahr frühest möglich in Gange gesetzt und Sie verlieren keine Zeit. Der Aufruf kann bereits nach der Abgabe des Antrags über die Anmeldung des Erlöschens der Firma erfolgen. Somit können Sie den Aufruf schon beim ersten Gang zum Notar initiieren und müssen die Anmeldung der Löschung nicht abwarten.

Tipp, um Zeit zu sparen: Mitteilung der Auflösung und Gläubigeraufruf direkt verbinden und zusammen beim Notar aufgeben!

 

Die erforderte Form und Anzahl der Aufrufe

Wegen dessen entscheidenden Rolle im Verfahren muss der Aufruf ausreichend publik gemacht werden. Aus diesem Grund müssen Sie diesen Aufruf beim Bundesanzeiger vornehmen. 

Diese Aufforderung ist einmalig auszurufen. Dann kann jederzeit darauf zugegriffen und entsprechend reagiert werden.

 

Fazit

Diesen kleinen Teil des Abwicklungsverfahrens können Sie mit wenig Aufwand in kurzer Zeit erledigen. Wenn Sie die geschilderten Details beachten, wird der Gläubigeraufruf nichts als eine kleine Formalie für Sie sein.

 

Mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zu vielen anderen Themen finden Sie auf der Homepage der Kanzlei Schmidt.

Für hilfreiche Videos zu anderen Fragestellungen klicken Sie hier.

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