Als Anleger Schiffbruch erlitten? So retten Sie Ihr Geld!

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So retten Sie Ihr Geld! Es sollte möglichst nicht passieren: Sie als Anleger investieren in ein Unternehmen oder einen Fonds und erleiden dabei Verluste ‒ ein normales Risiko, das Sie natürlich so weit wie möglich ausschließen wollen. Rutscht aber das Unternehmen oder der Fonds, an dem Sie beteiligt sind, in die Insolvenz, dann schrillen die Alarmglocken. Jetzt wollen Sie Ihre Einlage zurückhaben und Ihr Geld retten. Aber wie?

 

 

Sie können im wesentlichen drei Schritte tun:

1. Sie recherchieren, wo denn Ihr Geld geblieben ist und was der Schuldner damit gemacht hat.

Fazit: Mühsam, viel Aufwand, Erfolgsaussicht erfahrungsgemäß sehr gering. Zum anderen bringt Ihnen die Erkenntnis, wo alles verblieben ist, noch nicht Ihr Geld zurück.

2. Sie fühlen sich vom Anleger bei Ihrer Investitionsentscheidung getäuscht und machen die Prospekthaftung geltend. Das bedeutet: Das Unternehmen oder der Fonds muss Ihnen gegenüber dafür einstehen, dass er in seinen Prospekten falsche Angaben gemacht hat. Sie können auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) angehen, weil sie vielleicht Fehler oder Versäumnisse begangen hat, als sie die Prospekte geprüft und zugelassen hat. Dann müsste der Staat zahlen.

Fazit: Beide Wege führen letztlich vor Gericht. Das bedeutet Unsicherheit über den Verfahrensausgang, lange Dauer und mögliche hohe Gerichtskosten. Nur bedingt empfehlenswert.

3. Sie ziehen einen Fachanwalt für Insolvenzrecht zu Rate. Fazit: Damit stärken Sie Ihre Position durch Expertenwissen und können sicher sein, dass Ihr Berater zusammen mit Ihnen das Richtige tut.

 

 

So geht es weiter: Ein Gericht bestimmt für das zahlungsunfähige Unternehmen oder den Fonds einen Insolvenzverwalter. Zunächst müssen Sie ihn davon in Kenntnis setzen, dass Sie eine Forderung haben und in welchem Umfang sie besteht. Meistens werden Sie vom Insolvenzverwalter angeschrieben und um eine sogenannte Forderungsanmeldung gebeten. Dies geschieht meist über ein Formular, das Sie schriftlich oder auch online ausfüllen können. Direkt nach der Anmeldung werden die Forderungen geprüft. Das Ergebnis dieser Prüfung wird in der ersten Gläubigerversammlung bekanntgegeben und Ihnen als Gläubiger auch schriftlich zugestellt.

 

 

Falls Ihre Forderung nicht angenommen wird, können Sie noch den Klageweg beschreiten. Wird Ihre Forderung bestätigt, dann nimmt sie der Insolvenzverwalter in die „Tabelle“ auf, das Verzeichnis aller berechtigten Forderungen. Das Insolvenzverfahren legt dann eine Quote fest, nach der die einzelnen Insolvenzgläubiger ausbezahlt werden. Das Prinzip: Je höher die Forderung, desto größer der Anteil der Stimmrechte in der Gläubigerversammlung.

 

 

An der Gläubigerversammlung sollten Sie unbedingt teilnehmen, entweder selbst hingehen oder einen Vertreter, am besten Ihren Fachanwalt, schicken. Die Abstimmungen werden nicht nach der Mehrheit der Gläubiger, sondern durch die Mehrheit der gesamten Forderungssumme aller zur Abstimmung berechtigten Gläubiger entschieden. Die Gläubiger mit hoher Forderungssumme erhalten dadurch wesentlich stärkeres Gewicht. So kann es geschehen, dass ein Gläubiger mit einem Anteil von etwas mehr als 50 Prozent an sämtlichen Forderungen alle anderen Gläubiger dominiert. Näheres über das Abstimmungsverfahren erfahren Sie hier.

 

 

Mit der Abstimmung macht die Gläubigerversammlung dann den Weg frei, dass Sie so viel wie möglich von Ihrem Geld wiedersehen.

 

 

Mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zu vielen anderen Themen finden Sie auf der Homepage der Kanzlei Schmidt.

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