Neustart für die Firma nach Insolvenz

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Die Wirtschaft brummt und es gab noch nie so eine geringe Arbeitslosigkeit. Doch dies kann sich wegen kleinster wirtschaftlicher Veränderungen auch sehr schnell ändern. Die Nachfrage eines bis dahin bestens aufgestellten Unternehmens kann dann ruckartig zurückgehen und das Unternehmen in die Insolvenz treiben.

Im Mittelpunkt des geltenden Insolvenzrechts steht diesbezüglich der Erhalt der Substanz von Unternehmen und die Rettung von Arbeitsplätzen in Krisensituationen. Dieser Beitrag stellt die verschiedenen Etappen von einem Neustart einer Firma dar.

Neustart für die Firma

Diese Schritte müssen Sie nacheinander zur Sanierung Ihres Unternehmens durchschreiten.

 

1. Frühzeitiges Erkennen der Krisenzeichen

 

Der Geschäftsführer (z.B. ein GmbH-Geschäftsführer) muss schon erste und kleinste Anzeichen von Krisen, die zur Überschuldung oder zur Zahlungsunfähigkeit führen können, erkennen. In diesen Situationen kann ein sofortiges Gegensteuern über das Schicksal des Unternehmens entscheiden.

Denn je früher Sie die Krise erkennen, desto mehr Optionen stehen Ihnen als Schuldner später zu.

 

2. Außergerichtliches Verfahren ohne gesetzliche Vorgaben: Ersuchen eines Vergleichs mit den Insolvenzgläubigern

Nachdem Sie die Anzeichen erkannt und richtig gedeutet haben, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Insolvenzverwalter versuchen, eine außergerichtliche Einigung zu erwirken.  In dieser Krisensituation besteht meist ein Interesse der Gläubiger, die Sanierung mitzutragen. Da die Gläubiger im Falle der Verfahrenseröffnung eines Insolvenzverfahrens nur eine sehr geringe Quote aus der Insolvenzmasse erhalten, verzichten die Gläubiger oft auf Forderungen wegen der besseren Aussichten auf Befriedigung.

 

 

Die außergerichtliche Einigung hat Vor- und Nachteile, die Sie mit professioneller Hilfe gründlich gegeneinander abwägen müssen.

 

  • Vorteile:

– Keine anfallenden Verfahrenskosten

TIPP: Trotzdem anfallende Kosten: Ein Insolvenzberater ist grundsätzlich erforderlich, um gerichtsfeste Verträge schließen zu können. An diesen Kosten darf nicht gespart werden, um das Sanieren von Unternehmen durchstehen zu können !

Der von Ihnen gewählte Insolvenzverwalter steht ganz auf der Seite der Geschäftsleitung und auf der des Unternehmens und wird somit keine Fehler in der Geschäftsleitung suchen, wie es die amtlichen Insolvenzverwalter tun.

– Weiterer Vorteil vor allem für den Schuldner: Notlage wird nicht öffentlich

– Ein ausführlicher Sanierungsplan wird erstellt, in dem das Vermögen den Schulden gegenübergestellt wird

TIPP: Das Aufstellen eines Sanierungsplans ist auch für ein eventuelles Gerichtsverfahren erforderlich, für den Fall, dass die außergerichtliche Einigung keinen Erfolg hat. An dieser Stelle machen Sie also keine Doppelarbeit.

 

  • Nachteile des außergerichtlichen Verfahrens:

– Alle Insolvenzgläubiger müssen dem Kompromiss zustimmen! Stimmt ein einziger nicht zu, scheitert die außergerichtliche Einigung.

– Kurze Frist: Wenn Sie nicht innerhalb von drei Wochen reagieren, riskieren Sie eine Anklage wegen Insolvenzverschleppung.

 

 

3. Gerichtliches Verfahren: Umdenken: Umstrukturieren des Unternehmens

 

Ist ein außergerichtlicher Neustart nicht möglich, müssen Sie ein gerichtliches Insolvenzverfahren eröffnen, um Ihre Firma zu sanieren.

Auch hier müssen Sie die Vor- und Nachteile einander gegenüberstellen.

 

  • Vorteile:

– Die Gläubiger müssen nicht zustimmen und haben diesbezüglich folglich kein Mitspracherecht

Rückschlagsperre der Gläubiger: Die Gläubiger müssen auf ihre Forderungen verzichten

Vollstreckungsschutz: Das Eigentum ist während des gerichtlichen Verfahrens vor Vollstreckungen geschützt. Dadurch gewinnen Sie gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter Zeit, um einen fundierten Insolvenzplan auszuarbeiten.

– Erleichtertes Arbeitsrecht im Unternehmen: Kürze Kündigungsfristen, Insolvenzgeld für die Mitarbeiter (Das Insolvenzgeld hilft, indem es die Liquidität des Unternehmens nicht weiter belastet und indem der Betrieb gute Mitarbeiter halten kann, weil sie weiterhin einen Lohn ausgezahlt bekommen.)

– Weitreichender Einfluss des Geschäftsführers: in der Eigenverwaltung kann das Unternehmen unter der Regie des Geschäftsführers in Abstimmung mit dem amtlichen Sachwalter weitergeführt werden.

 

 

  • Nachteile:

– Öffentlichkeit, also Gläubiger, Banken, Kunden, Mitarbeiter, werden benachrichtigt. Möglicherweise bleiben kleine Makel

– Umfassende Prüfung des Geschäftsführer-Handelns: mögliche Haftbarkeit bei spätem Handeln und Überschreiten der Drei-Wochen-Frist

 

 

 

 

 

An der Schwelle, an der Ihre Firma in der insolvenzrechtlichen Krise steckt, ist versierte Beratung unabdingbar.

Informieren Sie sich deshalb zu diesem Thema und zu weiteren anderen Themen auf der Homepage der Kanzlei Schmidt und im nachfolgenden Clip der Kanzlei Schmidt.

 

 

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