Gesetzlich gültige Insolvenzgründe – Sie sind bedeutsam für Kapitalgesellschaften in der Krise

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Vor dem Gesetz gibt es faktisch nur drei Insolvenzgründe. Erst wenn einer dieser Gründe vorliegt, kann überhaupt ein Insolvenzverfahren für ein Unternehmen oder für eine Person eröffnet werden. Folgende drei Zustände sind hier möglich:

  • Zahlungsunfähigkeit nach § 17 InsO
  • drohende Zahlungsunfähigkeit nach § 18 InsO
  • Überschuldung nach § 19 InsO

 

Eine Zahlungsunfähigkeit liegt immer dann vor, wenn ein Unternehmen oder eine private Person die fälligen Zahlungspflichten nicht mehr erfüllen kann. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen der Zahlungsunfähigkeit und der vorübergehenden Zahlungsstockung. Bei Unternehmen liegt eine insolvenzrechtliche Zahlungsunfähigkeit vor, wenn mindestens 90 Prozent der fälligen Verbindlichkeiten in den nächsten drei Wochen nicht ausgeglichen werden können. Gerade bei einer GmbH und ähnlichen Gesellschaften muss dieser Zustand immer im Auge behalten werden. Schließlich besteht die Anmeldepflicht zur Insolvenz und kann strafrechtliche Folgen haben, wenn die Anmeldung zu spät eingereicht wird.

 

Überschuldung und drohende Zahlungsunfähigkeit

 

Eine drohende Zahlungsunfähigkeit besteht schon dann, wenn ein Unternehmen die offenen Rechnungen nicht zur Fälligkeit bedienen kann. Eine Überschuldung ist eingetreten, wenn das Vermögen im Unternehmen die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt. Natürlich muss eine ordentliche Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gemacht werden. Privatpersonen sind von diesen Insolvenzgründen weniger betroffen. Schließlich haben sie keine Antragspflicht und können letztlich die komplette Zahlungsunfähigkeit abwarten. Geschäftsführer und Unternehmen müssen mit einer Strafe wegen Insolvenzverschleppung rechnen, wenn Sie den Antrag nicht rechtzeitig stellen. Außerdem ist gerade bei der drohenden Zahlungsunfähigkeit noch eine Sanierung von Unternehmen möglich. Die Sanierung im Schutzschirmverfahren kann hier weiterhelfen und lässt den Betrieb meist in Eigenverwaltung.

 

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