Restschuldbefreiung nach abgelehntem Insolvenzantrag?

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Die Restschuldbefreiung kann grundsätzlich nur mit einem Eröffnungsantrag erteilt werden. Liegt eine Abweisung mangels Masse der Insolvenz vor oder gibt es keinen Eröffnungsantrag, so erhalten Sie auch keine Befreiung der Restschulden. Wir erklären Ihnen den Zusammenhang.

 

Insolvenz bei natürlichen Personen

Dritte können für natürliche Personen einen Insolvenzantrag stellen. Hierbei muss der Schuldner allerdings darauf hingewiesen werden, einen eigenen Antrag zu stellen sowie den Antrag auf Restschuldbefreiung. Der Insolvenzantrag durch eine dritte Person kann niemals den Antrag auf die Restschuldbefreiung beinhalten. Sie brauchen also nicht erst die Entscheidung des Fremdantrags abwarten, was viele Schuldner denken. Gehen Sie in die eigene Initiative und streben Sie eine Schuldenbefreiung an. Mit dem Insolvenzantrag stellen Sie gleichzeitig einen Antrag auf die Verfahrenskostenstundung und auf die Restschuldbefreiung. In der Regel wird die Insolvenz erst eröffnet, wenn die Verfahrenskosten gedeckt sind. Mit dem Antrag auf Stundung wird Ihr Verfahren auch wegen Masselosigkeit nicht abgewiesen, sondern im Sinne der Restschuldbefreiung eröffnet.

 

Insolvenzantrag trotz früherer Ablehnung

Sie dürfen auch noch einen eigenen Insolvenzantrag stellen, wenn bereits ein früherer Antrag durch Dritte mangels Masse vom Gericht abgelehnt worden ist. Reichen Sie also auch in diesem Fall einen eigenen Insolvenzantrag sowie den Antrag auf die Restschuldbefreiung ein. Allerdings gibt es keine Pflicht, einen Stundungsantrag oder einen eigenen Eröffnungsantrag auf Insolvenz zu stellen, wenn bereits eine dritte Person die Insolvenz angemeldet hat. Der Bundesgerichtshof ist sogar der Meinung, dass die Schuldner auch bei einem passiven Verhalten die Restschuldbefreiung erlangen können. Es lohnt sich deshalb mit einer erfahrenen Kanzlei zu prüfen, ob Sie noch einen eigenen Antrag stellen müssen.

 

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