Ratgeber: Ablauf der Gläubigerversammlung

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Ablauf der Gläubigerversammlung: Fast jedes Insolvenzverfahren ist auch vom Mitbestimmungsrecht der Insolvenzgläubiger geprägt. Ein wichtiges Instrument in diesem Bereich ist die Gläubigerverwalter. Sämtliche Gläubiger, Mitarbeiter und der Insolvenzverwalter nehmen an der Gläubigerversammlung teil. Doch wie läuft die Gläubigerversammlung ab und welche Aufgaben werden übernommen?

Wann und wo findet die Gläubigerversammlung statt?

Erstmals wird die Gläubigerversammlung vom Gericht zeitnah einberufen nach der Verfahrenseröffnung des Insolvenzverfahrens. Oftmals fällt die Gläubigerversammlung mit dem sogenannten Berichtstermin zusammen. In manchen Fällen kann auch später erst ein Beschluss ergehen oder nochmals eine Änderung zu dem Termin erfolgen. Grundsätzlich wird die erste Gläubigerversammlung jedoch zwei Monate nach Eröffnung des Insolvenzverfahren durchgeführt. Meist findet die Versammlung in den Räumen des jeweiligen Amtsgerichts statt. Nur bei einer sehr großen Anzahl von Gläubigern müssen anderen Räumlichkeiten gefunden werden. Die Leitung übernimmt das zuständige Insolvenzgericht und den für das Verfahren ernannte Rechtspfleger.

 

Inhalte der Gläubigerversammlung

Ein wichtiger Bestandteil der Gläubigerversammlung ist immer der Bericht des Insolvenzverwalters. Er informiert die Gläubiger in diesem Fall über die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Schuldners. Er kann den Gläubigern sämtliche Informationen geben, um anstehende Entscheidungen vorzubereiten oder zu erleichtern. Nachdem der Insolvenzverwalter seinen Bericht vorgetragen hat, folgen formale Entscheidungen über das Insolvenzverfahren. Hier wird bestimmt, ob der Insolvenzverwalter in seinem Amt bleibt. Danach kann es Entscheidungen zum weiteren Verlauf des Verfahrens beziehungsweise zur Zukunft des Unternehmens geben. Später kann die Gläubigerversammlung über die Verwertungsart oder über die Betriebsfortführung entscheiden. Ebenso kann ein Gläubigerausschuss bestellt und die Mitglieder gewählt werden. Damit haben die Gläubiger auch Einfluss auf einen Insolvenzplan (Aufbau und Inhalt Insolvenzplan, siehe Link) und können ihre Zustimmung zu den Rechtshandlungen des Insolvenzverwalters geben oder entziehen.

 

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