Restschuldbefreiung für Unternehmer als natürliche Person mit einem Antrag auf Durchführung des Insolvenzverfahrens

Lesezeit: 2 Minuten

Restschuldbefreiung für Unternehmer: Natürliche Personen fallen unter bestimmter Voraussetzung in das Regelinsolvenzverfahren. Das bedeutet: Sie dürfen keine Verbraucherinsolvenz anmelden und erhalten im besten Fall dennoch die Restschuldbefreiung. Größter Vorteil bei der Regelinsolvenz ist, dass keine außergerichtliche Einigung versucht werden muss.

 

Wer ist Unternehmer als natürliche Person?

 

Eine Regelinsolvenz muss von allen Einzelunternehmern mit laufendem Geschäftsbetrieb angemeldet werden. Dies ist stets unabhängig vom Umfang der Tätigkeit. Auch eine nebenberufliche selbstständige Tätigkeit reicht, um hier ein Regelinsolvenzverfahren anmelden zu müssen. Daneben gelten Gesellschafter einer erwerbswirtschaftlich tätigen Personengesellschaft auch als natürliche Personen. Die Gesellschafter von OHG, GbR oder KG haften mit ihrem persönlichen Vermögen. Ehemalige Einzelunternehmer zählen ebenso zur Regelinsolvenz. Voraussetzung ist natürlich, dass mehr als 20 Insolvenzgläubiger vorliegen und die Vermögensverhältnisse nicht überschaubar sind.

 

Sonderregelungen im Insolvenzverfahren

 

Für persönliche haftende Unternehmen gibt es immer Sonderregelungen im Insolvenzverfahren. So können Schuldner als natürliche Person auch eine Restschuldbefreiung beantragen. Ebenso ist ein Antrag auf Verfahrenskostenstundung zu stellen, wenn die Verfahrenskosten mit der Eröffnung nicht gedeckt werden können. Folgende Personen haben Anspruch auf Restschuldbefreiung und die Stundung der Kosten:

 

  • Einzelunternehmer, Einzelkaufleute
  • Freiberufler
  • persönlich haftende Gesellschafter (GbR, OHG, KG, PartG)

 

Der Antrag auf Restschuldbefreiung muss mit dem Insolvenzantrag eingereicht werden. Meist vergehen sechs Jahre, bis die Restschuldbefreiung erteilt wird, gerechnet ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Wer die Kosten des Verfahrens tragen kann, verkürzt die Frist auf fünf Jahre. Tilgt man 35 Prozent der Forderungen der Gläubiger, ist die Restschuldbefreiung nach drei Jahren möglich. Wichtig: Liegt nur ein Antrag eines Gläubigers zur Insolvenz vor, muss der Antrag auf Restschuldbefreiung vom Schuldner selbst noch spätestens zwei Wochen nach dem Insolvenzeröffnungsverfahren gestellt werden.

 

Mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zu vielen anderen Themen finden Sie auf der Homepage der Kanzlei Schmidt.

Für hilfreiche Videos zu anderen Fragestellungen klicken Sie hier.

Finden Sie diesen Beitrag nützlich? Nützlich Nicht nützlich 0 von 0 Personen finden diesen Beitrag nützlich.