Definition Kapitalerhöhung/-herabsetzung

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Unter dem Begriff Kapitalerhöhung werden verschiedene Formen der Eigenfinanzierung zusammengefasst, mit denen Aktiengesellschaften (AG), offene Handelsgesellschaften (OHG), Kommanditgesellschaften (KG) und Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) ihr Grundkapital erhöhen. In der Regel erfolgt diese Erhöhung des Kapitals durch eine Herausgabe neuer Aktien bzw. Geschäftsanteile.

Wie kann das Eigenkapital erhöht werden?

Handelt es sich um eine Offene Handelsgesellschaft oder eine Kommanditgesellschaft, kann sich die Eigenkapitalerhöhung auf zwei Arten vollziehen. Zunächst einmal besteht die Möglichkeit, den Gewinn zurückzuhalten. In diesem Fall spricht man auch von einer Selbstfinanzierung. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, neue Gesellschafter in das Unternehmen aufzunehmen. Auf diese Weise entstehen zusätzliche Kapitaleinlagen und das Eigenkapital steigt.

Bei den Kapitalgesellschaften unterscheidet man zwischen effektiven und nominellen Kapitalerhöhungen. Grundlegend handelt es sich bei der effektiven Variante um eine Erhöhung des Eigenkapitals (Grundkapital) von außen. Bei einer nominellen Erhöhung kommt das neue Kapital von innen. Die Gemeinsamkeit beider Formen besteht darin, dass sie von der Hauptversammlung beschlossen und in das Handelsregister eingetragen werden müssen.

 

Die Besonderheiten der effektiven und nominellen Kapitalerhöhung

Man unterscheidet zunächst einmal zwei Varianten der effektiven Kapitalerhöhung:

 

  • die ordentliche Kapitalerhöhung
  • die bedingte Kapitalerhöhung
  • die genehmigte Kapitalerhöhung

Am bekanntesten ist hier die Ausgabe neuer Aktien von einer AG. In diesem Fall spricht man von einer ordentlichen Kapitalerhöhung. Alt-Aktionäre haben hierbei in der Regel das Bezugsrecht. Bei einer bedingten Kapitalerhöhung gibt es stattdessen ein Umtauschrecht. Damit können Aktionäre alte Aktien in neue umwandeln. Bei der genehmigten Erhöhung hat der Vorstand das Recht, das Grundkapital in fünf Jahren zu erhöhen, ohne dass er dabei jedes Mal nach der Genehmigung der Hauptversammlung fragen muss. Der Vorteil hierbei besteht darin, dass sehr schnell Eigenkapital beschafft werden kann.

Bei der nominellen Kapitalerhöhung kommt es innerhalb des Unternehmens zu einer Kapitalumlagerung. Dabei werden Teile der Kapitalrücklagen in das Grundkapital überführt. Auf diese Weise erhöht es sich.

 

Die Kapitalherabsetzung

Die Kapitalherabsetzung ist eine Kapitalmaßnahme genau umgekehrt funktioniert. Damit ist es möglich:

  • Bilanzverluste zu beseitigen
  • Überschusskapital an Anteilseigner zu verteilen

Im ersten Fall handelt es sich um eine nominelle Kapitalherabsetzung, im zweiten um eine effektive.

 

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