Debt-Equity-Swap/ein Instrument im Insolvenzplanverfahren nach dem Gesetz zur Erleichterung der Sanierung von Unternehmen

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Beteiligt sich ein Insolvenzgläubiger an einem Schuldnerunternehmen, anstatt auf seinen Forderungen zu bestehen, spricht man von einem Debt-Equity-Swap im Insolvenzplanverfahren.

Wie läuft ein Debt-quity-Swap ab?

 

Die Forderung des Gläubigers wird in der Regel mit einem Abschlag an einen Dritten verkauft. Dabei kann es sich z. B. um einen Hedgefonds oder eine Investmentbank handeln. Das heißt, dass die Unternehmensanteile zunächst einmal nicht an den Gläubiger, sondern an den Käufer der Forderung übergehen.

 

In Deutschland ist dieser Markt für notleidende Forderungen zum Teil in Misskredit geraten. Manche Hedgefonds und Investmentbanken kaufen sie nämlich mit sehr hohen Abschlägen auf und wandelten sie in Eigenkapital um. Auf diese Weise erhalten sie eine Beteiligung an Unternehmen, die in eine finanzielle Schieflage geraten sind. Danach liquidieren sie sie einfach. In diesem Zusammenhang etablierte sich deshalb auch der Begriff der Heuschreckenplage.

 

Vorteile eines Debt Equity Swap für den Schuldner

 

Die Überschuldung des Unternehmens kann durch einen Debt-quity-Swap eingeschränkt oder sogar verhindert werden. Durch die Neustrukturierung erhöht sich die Eigenkapitalquote. Da Belastungen durch Tilgung und Zinsen wegfallen, steigt außerdem die Liquidität. Dadurch steigen wiederum die Bonität und das Rating, wodurch sich die Chancen für eine Fremdfinanzierung verbessern. Das spielt vor allem im Zuge der Sanierung eine Rolle, da die Banken unter diesen Voraussetzungen eher bereit sind, Kredite zu vergeben.

 

Merke: Grundlage für eine erfolgreiche Sanierung von Unternehmen ist das Insolvenzplanverfahren. Dabei werden die Gläubiger aufgeteilt und mit Stimmrechten ausgestattet, die ihrer Forderungshöhe entsprechen. Auf diese Grundlage wird dann über das weitere Vorgehen entschieden.

 

Gläubiger, die zu Gesellschaftern werden, können zusätzliches Know-How in die Restrukturierung einbringen. So besteht z. B. die Möglichkeit, einen Sanierungsberater zum Geschäftsführer zu ernennen. Darüber hinaus haben involvierte Gläubiger immer eine stärkere Motivation, dem Unternehmen wieder auf die Beine zu helfen.

 

Wann ist ein Debt-Equity-Swap für Gläubiger und Investoren sinnvoll?

 

Ein Debt-Equity-Swap empfiehlt sich für Gläubiger umso eher, je geringer die in der Forderung enthaltenen Werte sind. Gibt es ein höheres Ausfallrisiko ist es empfehlenswert, die Forderung mit einem Abschlag zu verkaufen, um auf diese Weise einem Totalverlust zu entgehen.

 

Für Investoren ist ein Debt-Equity-Swap immer eine risikobehaftete Unternehmensbeteiligung. Wenn die Sanierung nicht plangemäß verläuft, ist das Investment verloren. Auf der anderen Seite bietet die Investitionsform auch großes Potenzial. Wenn sich der Zustand des Unternehmens nämlich verbessert, steigen die Anteile der Investoren deutlich im Wert. Darüber hinaus können die Investoren weiterhin Einfluss auf die Unternehmensführung nehmen.

 

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