Rangrücktrittserklärung: Überschuldung vermeiden

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Auch ein eigentlich gesundes Unternehmen kann schnell in eine finanzielle Notlage geraten. Hier ist schnelles Handeln gefragt, um die Existenz der Gesellschaft zu sichern. Nicht selten bringen die Gesellschafter selbst ein Darlehen in die Firma ein. Ist dieses Kapital jedoch verbraucht und es werden weiterhin Verluste gemacht, müssen sich die Gesellschafter entscheiden. Entweder kommt es zu einem Insolvenzantrag oder das Unternehmen kämpft weiter. Hier ist eine Rangrücktrittserklärung wichtig, um eine Überschuldung im Sinne der Insolvenzordnung zu vermeiden.

So funktioniert der Rangrücktritt

Mit der Rangrücktrittserklärung verzichten die Gesellschafter selbst auf die Befriedigung ihrer Forderung. Demnach werden erst alle anderen Gläubiger bedient, bevor die Gesellschafterdarlehen ausgezahlt werden. Die Insolvenzgläubiger bekommen also einen Vorrang. Kommt es unter diesen Umständen zu einer Zwangsvollstreckung werden die Schuldner mit einem erklärten Rangrücktritt möglicherweise nicht mehr vollständig befriedigt. Unter Umständen geht man als Gesellschafter leer aus und das Darlehen ist verloren. Unterschieden wird hierbei nach dem einfachen und dem qualifizierten Rangrücktritt. Bei letzterer Form werden die Forderungen nicht nur hinter alle anderen Gläubiger gestellt. Sie darf nur aus dem Liquidationsüberschuss des laufenden Jahres bedient werden.

 

Rangrücktritt im Sinne der Insolvenz

Gerade bei einer GmbH spielt der Status drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung eine wichtige Rolle. Im Normalfall würden die Darlehen der Gesellschafter oder das Eigenkapital in die Forderungen mit aufgenommen werden. Nur mit einem qualifizierten Rangrücktritt werden die Gelder beim Überschuldungsstatus nicht mit berücksichtigt und bleiben unbeachtet. Allerdings beeinflusst der Rangrücktritt nicht den Bestand der Forderung oder die entsprechende Fälligkeit. Der Schuldner erhält lediglich ein Leistungsverweigerungsrecht.

 

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