Gibt es Schutz vor Zwangsversteigerung?

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Schutz vor Zwangsversteigerung? Die Zwangsversteigerung kommt häufig bei der Pfändung von Grundbesitz zum Einsatz. Sämtliche Regelungen dazu sind im Zwangsversteigerungsgesetz ZVG festgelegt. Sind Sie also Eigentümer eines Grundstücks oder Erbe des Eigentümers, so kann Ihnen die Zwangsversteigerung von Haus und Grundstück drohen. Gibt es hier einen sinnvollen Schutz vor Zwangsversteigerung?

Voraussetzung und Ablauf der Zwangsversteigerung

Eine Zwangsversteigerung kann nur auf Antrag von einem Insolvenzgläubiger eingeleitet werden, der einen Anordnungsbeschluss des Vollstreckungsgerichts vorlegt. Als Titel der Vollstreckung gilt meist eine Vollstreckungsunterwerfung in der notariellen Grundschuldbestellungsurkunde. Allerdings darf eine Zwangsversteigerung nur dann erfolgen, wenn der Schuldner auch Eigentümer des Grundstücks ist. Vorher wird ein Gutachter durch das Gericht beauftragt, der eine Schätzung des Objekts durchführen soll. Als Schuldner sind Sie nicht verpflichtet, diesen Gutachter in Ihr Haus zu lassen. Allerdings sollten Sie es in eigenem Interesse tun, um eine korrekte Ermittlung des Wertes zu erhalten. Das Ergebnis ist ein sogenanntes Verkehrswertgutachten. Dabei wird der Verkehrswert vom Gericht festgesetzt. Ebenso gibt es Mindestgebotsgrenzen zur Zwangsversteigerung, damit das Grundstück nicht unter Wert verkauft wird. Diese Grenzen müssen eingehalten werden.

 

Schutz vor der Zwangsversteigerung

Das Gesetz sieht keinen wirklichen Schutz vor einer Zwangsversteigerung vor. Allerdings können Sie auf Antrag das Verfahren für eine Dauer von sechs Monaten einstellen lassen. Allerdings muss Aussicht bestehen, dass durch die Einstellung die Zwangsversteigerung abgewendet wird. Diesen Schutz erhalten Sie also nur, um einen Weg aus der Zwangsversteigerung und Schuldenspirale zu finden. Können Sie beispielsweise nachweisen, dass Sie die Gläubiger innerhalb der nächsten Monate befriedigen und die Schulden begleichen, wird das Verfahren einstweilen eingestellt. In der Praxis gelingt dies meist über einen Umschuldungskredit für den Grundbesitz bei einer anderen Bank. Ebenso kann es einen Käufer geben, der einen gerechtfertigten Betrag für das Grundstück zahlt.

 

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