Regelinsolvenz bei juristischen Personen

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Auch juristische Personen können die Regelinsolvenz in einem Regelinsolvenzverfahren durchlaufen. Voraussetzung: die juristische Person muss insolvenzfähig sein. Als Ziel des Verfahrens steht jedoch nicht die Restschuldbefreiung im Vordergrund. Es wird eine geordnete Liquidation erreicht, um am Ende die Löschung durchführen zu können. Das Gesetz sieht hier drei verschiedene Wege der Vermögensverwertung vor:

 

Bei der Unternehmenssanierung soll der Betrieb wieder wirtschaftsfähig gemacht werden. Nur mit gewinnbringenden Erträgen wird das Unternehmen überleben können. Bei der übertragenen Sanierung werden entweder nur Teile des Unternehmens oder auch das gesamte Unternehmen veräußert. Schon vor der Verfahrenseröffnung kommt hier ein vorläufiger Insolvenzverwalter zum Einsatz. Er bekommt unterschiedliche Befugnisse und soll das Vermögen des Unternehmens sichern. Ein Beschluss vom Insolvenzgericht definiert diese Befugnisse genau.

 

Ablauf des Verfahrens

Beim Regelinsolvenzverfahren von juristischen Personen muss ebenso ein Insolvenzantrag gestellt werden. Er kann von jedem Insolvenzgläubiger, vom Schuldner selbst oder von Vertretern eingereicht werden. Wichtig: Es besteht eine Antragspflicht. Kommt man dieser Antragspflicht nicht nach, kann das schwere Konsequenzen haben. Deshalb ist das marode Unternehmen möglichst frühzeitig für die Wirtschaft vom Markt zu nehmen. So sieht es zumindest der Gesetzgeber. Die Antragspflicht besteht vor allem bei Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Auch die drohende Zahlungsunfähigkeit muss einen Insolvenzantrag mit sich ziehen. Andernfalls wird wegen Insolvenzverschleppung ermittelt. Für den Antrag muss also einer der sieben Insolvenzgründe vorliegen und die Masse für die Verfahrenskosten reichen. Ist das nicht der Fall, wird  eine Abweisung mangels Masse des Antrags erfolgen. Die einzige Möglichkeit gibt es mit einem Kostenvorschuss. Eine Stundung darf nicht beantragt werden.

 

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