Insolvenz vermeiden durch Abweisung mangels Masse

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Nach § 26 der Insolvenzordnung kann eine Insolvenz durch Abweisung mangels Masse versagt werden. Der Insolvenzgericht weist in diesem Fall den Antrag des Schuldners auf Insolvenz ab, da die Verfahrenskosten nicht gedeckt werden können. Das bedeutet: Das Regelinsolvenzverfahren wird nicht eröffnet, da kein verwertbares Vermögen zur Verfügung steht.

Keine Aussicht auf Restschuldbefreiung

Eine Regelinsolvenz kommt nur für ehemalige Selbstständige oder Unternehmer in Frage. Auch bei Schulden aus Arbeitsverhältnissen oder bei sehr unüberschaubaren Schulden greift das Verfahren der Regelinsolvenz. Ist nicht mehr ausreichend Vermögen in der Insolvenzmasse vorhanden zur Deckung der Verfahrenskosten, wird die Insolvenz mangels Masse abgelehnt. Wichtig hierbei: Ohne Insolvenzverfahren besteht keine Möglichkeit auf Restschuldbefreiung. Im Bundesanzeiger werden derartige Fälle veröffentlicht. Hier steht geschrieben, welche Insolvenzen mangels Masse abgewiesen werden. Bevor die öffentliche Bekanntmachung durchgeführt wird, werden Insolvenzverwalter, Schuldner und Insolvenzgläubiger über die Abweisung informiert. Danach stellt das Gericht das Regelinsolvenzverfahren ein. Ab diesen Tag kann der Schuldner wieder frei über das noch vorliegende Vermögen in der Firma verfügen. Die Gläubiger hingegen sehen hier wieder die Chance, in dieses Vermögen zu vollstrecken.

 

Stundung der Verfahrenskosten

Für manche Unternehmer kann es ein Vorteil und eine Möglichkeit sein, auf diesem Wege die Insolvenz zu verhindern. Die Schulden bleiben jedoch weiterhin bestehen und die Gläubiger wollen bedient werden. Eine andere Variante bietet das Konzept der Sanierung von Unternehmen mit einem Insolvenzplan. Sie ist genauso gegeben, wenn die Insolvenz mangels Masse abgelehnt wird. Als Schuldner haben Sie jetzt ein geringes Zeitfenster, um sich mit den Gläubigern in Verbindung zu setzen und die nächste Zahlung oder Pfändung etwas hinauszuzögern.

 

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