Entschuldung mit EU-Insolvenz – gibt es einen Haken?

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Entschuldung mit EU-Insolvenz: Mit der EU-Insolvenz, beispielsweise in England, ist eine Entschuldung innerhalb von 12 Monaten möglich. Doch wo ist hier der Haken? Immerhin dauert ein Insolvenzverfahren in Deutschland bis zur Restschuldbefreiung drei bis sechs Jahre. Erfahrungsgemäß sollte auch eine Insolvenz in England problemlos ablaufen. Fehlt nur noch die Anerkennung der Restschuldbefreiung.

Schwierigkeiten mit der EU-Insolvenz können also nach der Rückkehr auftreten. Die deutschen Insolvenzgläubiger müssen die EU-Restschuldbefreiung anerkennen. Nach der europäischen InsVO gilt der Grundsatz, dass auch deutsche Gläubiger eine solche englische oder französische Restschuldbefreiung automatisch anerkennen müssen. Gibt es jedoch einen Nachweis, dass Sie nur aufgrund der Schulden ins Ausland gezogen sind, so ist die ausländische Restschuldbefreiung in Deutschland wirkungslos. Hierbei würde es sich um eine rechtsmissbräuchliche Verlegung des Wohnsitzes handeln. In der Pflicht des Beweises steht hier allerdings der Gläubiger. Er muss Ihnen nachweisen, dass ein solcher Verstoß vorliegt.

 

Gehen die Gläubiger so weit?

Zunächst müssen sich die Gläubiger mit diesem Nachweis viel Mühe machen. Ob dieser letztlich gelingt, ist auch noch zweifelhaft. Schließlich gibt es bei Ihnen nichts zu holen. Die EU-Restschuldbefreiung ist laut Urteil des Bundesgerichtshofs immer dann anzuerkennen, wenn entsprechende Gründe für den Wohnsitzwechsel bestanden haben. Das Risiko bleibt jedoch bestehen. Halten Sie sich in der Endphase oft in Deutschland auf, so kann die Sachlage zweifelhaft wirken. Außerdem dürfen die Kosten der EU-Insolvenz nicht vernachlässigt werden. Sie dürfen nicht mittellos sein, denn ein Entschuldungsverfahren kostet sehr viel Geld in England oder Frankreich. Wer dieses Risiko mit den Kosten in Kauf nimmt, erreicht seine Entschuldung möglicherweise binnen 12 oder 24 Monaten.

 

 

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