Wann haftet der Geschäftsführer einer GmbH? – Was ist ein Quotenschaden?

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Wann haftet der Geschäftsführer? Der Geschäftsführer einer GmbH, AG oder Ltd. ist in der Pflicht, einen Insolvenzantrag zu stellen. Voraussetzung dafür ist, dass sein Unternehmen überschuldet oder zahlungsunfähig ist. Stellen Sie den Antrag in dieser Situation nicht und wirtschaften Sie mit dem Unternehmen weiter, so werden Sie später persönlich in die Pflicht genommen.

Welche Schäden trifft das?

 

Sie müssen als Geschäftsführer alle Schäden ersetzen, die den Gläubigern oder der Insolvenzmasse aufgrund Ihres zu spät gestellten Antrages entstanden sind. Wäre der Antrag rechtzeitig eingereicht worden, so wäre letztlich mehr Insolvenzmasse zur Befriedigung der Gläubiger übrig geblieben. Haben Sie Beträge während der Insolvenzreife Ihres Unternehmens abgeführt, so haben Sie diese später privat zu ersetzen. Mit diesem Prinzip soll die Bevorzugung einzelner Gläubiger verhindert werden. Gehälter, Sozialabgaben und Mieten dürfen noch während der Insolvenzreife geleistet werden. Begleichen Sie jedoch eine Rechnung eines Dienstleisters oder Lieferanten, so müssen Sie während der Insolvenz diese Summe ersetzen. Andere Gläubiger sollen nicht benachteiligt werden.

 

Quoten- und Vertrauensschaden

 

Der Quotenschaden betrifft die Forderungen der Gläubiger, die bereits vor Ihrer Insolvenzreife begründet wurden. Als Geschäftsführer müssen Sie den Schaden ersetzen, den der Gläubiger infolge des verspäteten Antrags erleidet bei der Verteilung der Insolvenzmasse. Der Vertrauensschaden entsteht bei Gläubigern, deren Forderungen nach der Insolvenzreife aber vor Antragstellung begründet sind. Sie haben Anspruch auf den kompletten Ersatz des Schadens. Im Normalfall hätten sie mit einem zahlungsunfähigen Unternehmen keine Geschäfte mehr gemacht.

 

Derartige Schadensersatzansprüche werden automatisch durch den Insolvenzverwalter überprüft. Ist das Insolvenzverfahren für Ihr Unternehmen eröffnet, beginnt die Kontrolle der eventuell vorliegenden Schadensersatzansprüche. Der Vorgang kann bis zu einem halben Jahr andauern. Viele Geschäftsführer glauben sich bereits in Sicherheit, bis die Ansprüche geltend gemacht werden.

 

 

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