Insolvenz: Die Rechte als Gläubiger

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Rechte als Gläubiger: Als Gläubiger eines schuldnerischen Unternehmens haben Sie verschiedene Ansprüche. Ziel des Insolvenzverfahrens ist es schließlich, alle Gläubiger zu ordnen und gemeinschaftlich zufriedenzustellen. Deshalb haben alle Gläubiger grundsätzlich gleiche Rechte und die Ansprüche werden gleichrangig behandelt. Wir beleuchten für Sie die Rechte als Geschäftspartner eines insolventen Unternehmens. Arbeitnehmerrechte werden bei diesem Beitrag außen vor gelassen.

Forderungen anmelden

Durch Ihre Verfahrensrechte haben Sie die Möglichkeit, die bestehenden Forderungen gegenüber dem Schuldner beim Insolvenzverwalter anzunehmen und damit geltend zu machen. In diesem Rahmen dürfen Sie an der Gläubigerversammlung und dem Prüfungstermin teilnehmen. Außerdem erhalten Sie Akteneinsicht beim Insolvenzgericht und sind nominiert als Ausschussmitglied der Gläubigerversammlung. Besagte Versammlung oder der Gläubigerausschuss vertritt die Interessen aller Gläubiger.

 

Einfache Insolvenzgläubiger

Zu den einfachen Insolvenzforderungen gehören sämtliche offene Rechnungsbeträge, ausstehende Gehälter oder fehlende Sozialabgaben. Melden Sie sämtliche Forderungen beim Insolvenzverwalter an, nachdem Sie die Aufforderung über den Insolvenzverwalter erhalten haben. Bei Abschluss des Verfahrens wird das verbliebene Vermögen verteilt, sodass Sie hier anspruchsberechtigt sind. Der Anteil errechnet sich anhand einer Quote für alle Gläubiger.

 

Aus- und Absonderungsansprüche

Die Aus- und Absonderungsansprüche sind Sicherungsrechte, um Forderungen außerhalb der Insolvenztabelle zu begleichen. Vermieter, Banken und Lieferanten besitzen meist diese Ansprüche. Sie geben die Gesamtforderung zur Insolvenztabelle. Allerdings weisen Sie den Insolvenzverwalter darauf hin, dass derartige Rechte bestehen. Dazu zählen Warenlieferungen, Leasinggeber, Grundpfandrechte und Vermieterpfandrechte. Der Insolvenzverwalter sieht sich nicht in der Pflicht, die Sicherungsrechte zu ermitteln. Melden Sie diese Rechte zu spät an, tragen Sie selbst die Schuld.

 

Nachrangige Forderungen

Einige der Forderungen stuft der Insolvenzverwalter von vornherein als nachrangig ein. Sie dürfen Ihre Forderungen dann nur anmelden, wenn Sie ausdrücklich vom Gericht darauf hingewiesen wurden. Nachrange-Gläubiger werden erst bedient, wenn alle anderen Gläubiger abgegolten sind. In der Praxis geschieht dies kaum.

 

Wir beraten Sie nicht nur im Falle einer Insolvenz als Unternehmen, sondern stehen auch sämtlichen Gläubigern als starker Partner zur Seite. Vergessen Sie keine Forderungen und schlagen Sie das Beste aus Ihrer Situation heraus!

 

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