Wer darf Insolvenz beantragen?

Lesezeit: 2 Minuten

Insolvenz beantragen: Einfache Antwort: jeder. In Deutschland dürfen alle Privatpersonen unabhängig der Erwebstätigkeit eine Privatinsolvenz anmelden. Mit dem 2001 in Deutschland eingeführten Verfahren erhalten demnach alle Menschen die Chance auf ein neues Leben ohne Schulden. Selbst ausländische Staatsbürger mit dem Wohnort in Deutschland dürfen von diesem Verfahren Gebrauch machen. Das Gesetz sieht hier keinen Unterschied, ob die Personen einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder beispielsweise arbeitslos sind. Aus diesem Grund haben folgende Gruppen ein Anrecht auf das Insolvenzverfahren:

  • Arbeitnehmer
  •  Beamte
  • Arbeitslose
  • Rentner
  • Hausfrauen
  • Mütter
  • ALG II Empfänger
  • Kleinunternehmer

Sonderfall Kleinunternehmer

Kleinunternehmen dürfen trotz Gewerbe oder freiberufliche Tätigkeit in die Privatinsolvenz gehen. Voraussetzung hierbei: Die Unternehmung muss als klein eingestuft werden (vgl. § 304 Abs. 1 InsO). In diesem Fall werden Kleinunternehmer auf die gleiche Stufe wie Privatpersonen gestellt. Allerdings sollte die Tätigkeit beendet sein, bevor der Antrag auf das Verfahren folgt. Des weiteren darf es nur maximal 19 Gläubiger betreffen und es sollten keine Schulden aus einem Arbeitsverhältnis mit einem ehemaligen Arbeitnehmer bestehen. Andernfalls wird der Antrag auf ein Privatinsolvenzverfahren für Kleinunternehmer abgelehnt. Nach Eröffnung des Verfahrens darf die selbstständige Tätigkeit ohne Probleme wieder aufgenommen werden.

 

Achtung: Wenn die Gläubiger Insolvenz beantragen

Die Privatinsolvenz darf auch vonseiten der Gläubiger beantragt werden. Meist geschieht dies von einer öffentlichen Stelle, wie beispielsweise der Krankenkasse, der Berufsgenossenschaft oder dem Finanzamt. Liegt Ihnen solch ein Antrag vor, ist sofortige Reaktion gefragt. Möglicherweise sind Sie nicht zahlungsunfähig und wenden den Beginn des Verfahrens mit einer sofortigen Zahlung ab. Bestätigen Sie die Zahlungsunfähigkeit, muss ein eigener Insolvenzantrag bei Gericht gestellt werden innerhalb der bis dato angesetzten Frist. Nur so haben Sie später eine Chance auf die Restschuldbefreiung. Nach dem Antrag bleibt Ihnen noch drei Monate Zeit die Zahlungsunfähigkeit sicher zu prüfen und sich für ein Insolvenzverfahren zu entscheiden (vgl. § 305 Abs. 3 InsO).

 

Wir helfen gern!

 

Gemeinsam mit Ihnen beurteilen wir Ihre aktuelle Lage und melden das entsprechende Verfahren für Sie an. Unsere Rechtsanwälte und ein Fachanwalt für Insolvenzrecht versetzen sich behutsam in Ihre Lage und beraten Sie in all Ihren Fragen. Suchen Sie mit uns gemeinsam den Weg aus den Schulden und reagieren Sie in Ihrem eigenen Interesse sofort!

 

Mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zu vielen anderen Themen finden Sie auf der Homepage der Kanzlei Schmidt.

Für hilfreiche Videos zu anderen Fragestellungen klicken Sie hier.

Finden Sie diesen Beitrag nützlich? Nützlich Nicht nützlich 0 von 0 Personen finden diesen Beitrag nützlich.