Der Sachwalter – welche Aufgaben hat er ?

Lesezeit: 2 Minuten

Wird der Schuldner zum Eigenverwalter bestellt, besitzt der ehemals so starke Insolvenzverwalter in seiner Funktion als Sachwalter nur noch eingeschränkte Rechte.

 

 

Mit dem ESUG (Reformgesetz der Insolvenzordnung auch „Gesetz zur weiteren Erleichterung zur Sanierung von Unternehmen“ genannt): will der Gesetzgeber der Eigenverwaltung dem Durchbruch verhelfen, um im Idealfall im Einvernehmen mit den Gläubigern die Kenntnisse und Erfahrungen der bisherigen Geschäftsleitung bestmöglich nutzen zu können und eine zeit- und kostenintensive Einarbeitungszeit eines Insolvenzverwalters zu vermeiden. Kontrolliert wird das Schuldnerunternehmen allein nur durch einen vom Gericht eingesetzten Sachwalter. Welche Aufgaben hat er ?

 

 

1. Führen der Tabelle, § 270 c InsO

 

 

Der Sachwalter schreibt die Gläubiger an mit der Aufforderung, ihre Forderung zur Tabelle anzumelden.

 

 

 

2. Aufsicht über Masseverwaltung, § 270 InsO

In Vertretung für das Gericht steht der Schuldner unter der Aufsicht des Sachwalters, der zu jeder Zeit auch Prüfungsrechte besitzt

 

3. Prüfung der wirtschaftlichen Lage, § 270 III

 

Stellt der Sachwalter Umstände fest, die erwarten lassen, dass die Fortsetzung der Eigenverwaltung zum Nachteil für die Gläubiger führen wird, so hat er dies unverzüglich dem Gläubigerausschuss und dem Insolvenzgericht anzuzeigen

 

4. Überwachung der Geschäftsführung, § 274 II

 

Selbstverständlich kann auch der Verwalter die Art und Weise wie der Schuldner das Unternehmen führt, überprüfen

 

5. Zustimmung zu außergewöhnlichen Geschäften, § 275 Ins

 

Sofern vom Gericht nichts anderes beschlossen, kann der Schuldner Verbindlichkeiten, die nicht zu dem üblichen Geschäftsbetrieb (wie z.B. größere Anschaffungen) gehören, nur mit Zustimmung des Verwalters eingehen

 

6. Haftung für die Masse nach §§ 92, 93, 280 InsO

 

 

Ziehen die Geschäfte des Schuldners einen Schadensersatzanspruch des Unternehmens gegen ihn persönlich nach bzw. besitzt das Unternehmen Ansprüche aus welchem Rechtsgrund auch immer gegen ihn, so können diese Ansprüche nur vom Sachwalter geltend gemacht werden.

 

 

7. Anfechtung nach § 129 ff., 280 InsO

 

 

Für den Fall, dass im Vorfeld der Insolvenzantragstellung Gläubiger begünstigt bzw. Vermögensverschiebungen stattgefunden haben, so können diese Ansprüche zugunsten der Masse nur vom Sachwalter durchgesetzt werden.

 

 

8. Prüfung der Verzeichnisse, Vermögensübersichten, § 283 II InsO

 

Kommt es zur Quotenauszahlung und werden zu diesem Zweck Verteilungsverzeichnisse erstellt, so sind sie im Vorfeld vom Sachwalter zu überprüfen.

 

9. Anzeige der Masseunzulänglichkeit, § 285 InsO

 

Sollte während des Insolvenzverfahrens eine Situation eintreten, dass das schuldnerische Unternehmen nicht mehr die Verbindlichkeiten aus dem laufenden Betrieb bezahlen können, so hat dies der Sachwalter dem Insolvenzgericht anzuzeigen.

 

Die Übertragung von Aufgaben auf den Schuldner in der Eigenverwaltung und die zahlreichen Überwachungs- und Mitwirkungsrechte des Sachwalters erfordern eine professionelle Zusammenarbeit. Insbesondere aufgrund der Vielzahl an Sachverhalte, die in einer Eigenverwaltung zu entscheiden sind, ist das Konfliktpotential erheblich. Deshalb erfordert das Ziel der Sanierung einen offenen Umgang zwischen dem Schuldner und Sachwalter, um das von der Sache her vorhandene Konfliktpotential nicht zum Ausbruch kommen zu lassen.

 

Lassen Sie sich unverbindlich zu dem Thema Eigenverwaltung beraten, wir helfen Ihnen gerne:

 

Telefon 07152 – 9395420
Finden Sie diesen Beitrag nützlich? Nützlich Nicht nützlich 0 von 0 Personen finden diesen Beitrag nützlich.