Insolvenzanfechtung

Droht einem Schuldner die Zahlungsunfähigkeit, verfolgt das Insolvenzverfahren neben der möglichen Sanierung des Unternehmens einen gerechten Interessenausgleich der Gläubiger untereinander zu erreichen. Die Gläubiger sollen durch die Verwertung des Vermögens des Schuldners ihre Forderungen weitest möglich und gleichmäßig erhalten und keiner der Gläubiger soll dabei bevorteilt werden.

Natürlich möchte jeder Gläubiger zunächst seine Forderung haben. Dies birgt die Gefahr von Missbräuchen. Ebenso kann es auch der Schuldner selbst sein, der Vermögen beiseiteschaffen will, um dieses dem Insolvenzverfahren zu entziehen. Dies kann vor allem die Übertragung von Immobilien, aber auch von anderen Vermögenswerte wie beispielsweise Zahlungen an Dritte oder Familienmitglieder betreffen. Um zu verhindern, ordnet das Insolvenzgericht ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens eine Verfügungssperre des Schuldners an. Damit darf der Schuldner ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens keine Vermögensverfügungen mehr vornehmen. Zudem erhält der Insolvenzverwalter die Befugnis, in bestimmten Fällen Rechtshandlungen des Schuldners mit einem Gläubiger anzufechten und erfolgte Vermögensverschiebungen rückgängig zu machen.

In Insolvenzverfahren ist häufig mit Anfechtungen des Insolvenzverwalters zu rechnen. Die Vorschriften der Insolvenzanfechtung sind kompliziert und immer wieder Gegenstand der Rechtsprechung. Wer mit einer Insolvenzanfechtung konfrontiert wurde, der sollte umgehend zu einem Fachanwalt für Insolvenzrecht gehen. Dieser wird versuchen, die Darstellungen zu entkräften, auf welche der Insolvenzverwalter die Anfechtung und damit eine Rückforderung stützt.

Für weitere Informationen zur Insolvenzkriminalität kontaktieren Sie uns bitte oder lesen in unserem kostenlosen Insolvenz-Blog weiter: „Grundlagen der Insolvenzanfechtung 2016“.